Alles, was nicht Standard-Viervierteltakt ist, wird für uns (erstmal) ungewöhnlich betont.
Probiere es einfach aus: klatsche und zähle dabei 1,2,3,4 wiederholend. Und jetzt probiere es so, du stampfst bei 1 und klatsch nur zweimal und dann stampfst du wieder und wieder zweimal klatschen. So ergibt sich der Dreivierteltakt, wo immer der erste betont wird.
Es gibt besondere Rhythmen in der Musik die immer einen anderen Charakter haben und dadurch auch andere Gefühle erzeugen, wenn wir sie hören. Hier ein paar Beispiele:
Synkopen:
Durch die Betonung auf unbetonten Taktzeiten (Off-Beat) entsteht ein Rhythmus, der gegen das erwartete Metrum arbeitet. Vielleicht kennst du von George Gerschwin: „Summertime“ wo die Synkopen den Akzent von den betonten auf die unbetonten Zählzeiten verschieben. So entsteht dieser bekannte „Swing“ oder „Offbeat“-Charakter.
Ungerade Taktarten:
Takte, die nicht auf 2, 3 oder 4 basieren, wie 5/4, 7/4 oder 11/8 nennen wir asymmetrische Metren. Zum Beispiel ein 7/4-Takt wird oft in eine Vierer- und eine Dreiergruppe unterteilt, was zu Betonungen auf dem ersten und fünften Schlag führt. Einen berühmte 11/8 Takt kannst du bei „Here comes the sun“ von den Beatles hören, wo in einem Takt 11 Achtel zu hören sind.
Clave-Rhythmus:
Dieser Rhythmus ist besonders in der kubanischen und afrikanischen Musik bekannt. Er besteht oft aus einem zweitaktigen Muster, das über einem viertaktigen liegt. Die typischen 3-2 oder 2-3 Muster gibt das Fundament in Salsa und Rumba. „Chan Chan“ vom Buena Vista Social Club ist ein Beispiel für einen Clave-Rhythmus.
Polyrhythmik:
Hierbei werden zwei oder mehr verschiedene Rhythmen gleichzeitig gespielt, die nicht auf demselben Grundschlag basieren (z. B. 3 gegen 2). Dazu ist ein bekanntes Lied-Beispiel von Vangelis „Chariots of Fire“. Hier spielt das Klavier Triolen (3) über einem geraden Achtel-Puls (4) des Synthesizers. So entsteht ein 3-gegen-4-Polyrhythmus. Kannst du es hören?
Swing:
Dieser Rhythmus ist typisch für Jazz und Blues. Er basiert auf einer triolischen Unterteilung der Zählzeiten, was zu einem schwungvollen Gefühl führt. Eines der berühmtesten Swing Stücke ist Glenn Miller „In the Mood“
Hemiolen:
Eine rhythmische Figur, bei der zwei Takte in einer Dreierbewegung (z.B. 3/4) so betont werden, als wären es drei Takte in einer Zweierbewegung (z.B. 2/4 oder 6/8). Also wenn wir uns einen ¾ Takt vorstellen dann wird 1,2,3 und 1,2,3 immer die 1 betonnt. Bei Hemiolen werden die Noten so gruppiert, dass wir 1,2 und 1,2 und 1,2, hören, wo auch die 1 betonnt ist, aber einen ganz anderen Charakter gibt. Barock-Tänze sind zum Beispiel Hemiolen, und Franz Schubert, Händel und Johannes Brahms sind Meister für Hemiolen. Ein Beispiel ist dafür Johannes Brahms Liebeslieder Walzer Op. 52.
Fühle den Rhythmus mit JoCHOR:
