Bei jeder Chorprobe singen wir uns erstmal warm, sogar mit Bewegung.
Weil „alles, was deinem Körper guttut, hat auch positive Auswirkungen auf deine Stimme“, sagt Beate Ling Gesangcoach.
Unser Körper erzählt viel mehr von unserer Stimmung, über unsere Gedanken und Gefühle als die Worte. Bevor wir anfangen zu singen ist es deshalb wichtig unser persönliches Instrument, also unseren ganzen Körper erstmal wahrzunehmen und vorzubereiten. Niemand fängt an Geige zu spielen, ohne sie vorher zu stimmen.
Wusstest du, dass deine Stimme ganz anders klingt, wenn du einfach zusammengefallen auf einem Stuhl sitzt, oder wenn du beim Stehen dich einrichtest? Beim Singen sind wir wie ein Baum: unser Gewicht ist gleichmäßig auf beiden Beinen verteilt, die Kniee sind nicht ganz durchgedrückt. Unsere Füße, wie Wurzeln, geben uns Halt und verbinden uns mit dem Boden. Und unsere Wirbelsäule ist aufgerichtet, es hilft den Brustkorb zu öffnen und wenn wir uns vorstellen ein unsichtbarer Faden zieht uns Richtung Himmel, dann sind wir von Kopf bis Fuß bereit unser Instrument (Körper) anzuspielen.
„Tief in die Erde wie ein Baum“ von JoCHOR
Die ganze Haltung ist locker und trotzdem stabil. Ein bisschen wie ein Akrobat auf einem Seil. Du brauchst Körperspannung in Bauch und Rücken und du musst auch gleichzeitig beweglich sein.
Wir singen, wenn wir ausatmen. Die Atmung bewusst vor dem Singen wahrzunehmen ist wichtig. Wir atmen durch die Nase ein, es macht die Luft feuchter und auch wärmer. Und unsere Atmung fließt bis in den Bauch hinein. Die Ausatmung passiert durch den Mund. Du kannst es einfach ausprobieren: lege deine Hände auf deinen Bauch und beobachte wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt während du atmest. Seufze ruhig und dann fang an ganz frei Töne zu geben. Stelle dir z.B. vor du hast deinen Lieblingskuchen gegessen und es war soooo lecker, oder du riechst eine Blume die wunderschön duftet, und mache einfach die Geräusche.
Nicht nur die Atmung und der Körper müssen eingestimmt werden, sondern auch unsere Seele. „Singen heißt: Sich selbst geben, die ganze Persönlichkeit hineinlegen“ B.L. Körperlockerungen, wie kreisen, vorbeugen, fallen, ausschütteln helfen deinen Alltagsstress zur Seite zu legen, um ganz frei los zu singen.
Wenn wir singen werden Glückhormone in unserem Körper ausgeschüttet. Die Freude bewusst behalten und durch die Stimme nach außen tragen zu können, hilft wenn wir beim Singen immer eine staunende Grundspannung wie: „Ahhhhh!“ „Ohhhhhh!“ innerlich denken. Es hilft beim Singen offen und positiv zu sein. Es wird spürbar durch den ganzen Körper, hörbar durch die Stimme und für die Zuhörer ein wunderbares Erlebnis.
Nicht nur dein Körper hilft deinen zauberhaften Stimmklang zu erzeugen, sondern auch das regelmäßige Singen hilft deinen Körper fit zu halten. Singen ist wie ein kleines Workout für den Körper. Durch die tiefe Bauchatmung wird das Lungenvolumen vergrößert, der Kreislauf angekurbelt und die Muskeln werden trainiert. Wegen der erzeugten Glückshormone werden Stresshormone abgebaut, dies hilft auch besser zu schlafen und im Alltag ausgeglichener und gelassener zu sein.
Hast du Lust es zu auszuprobieren?
Ab 19. August öffnet der JoCHOR wieder die Türen für alle Stimmgruppen. Melde dich einfach an: jochor.singen@gmail.com und wir schicken per Mail alle weiteren Infos.
